aktualisiert: 16. November 2007
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Erinnerungen + Geschichten
http://walterspiering.wordpress.com


Wer war Walter Spiering?
Geboren am 29. Oktober 1907

Dank an Dr. Karsten Müller-Scheessel für diese Recherche: Nachruf auf Walter Spiering, den Wilfried Bonath am 4. Juli 1990 in der Rotenburger Kreiszeitung veröffentlicht hat.
"Walter Spiering ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Seine Familie, seine Freunde und seine Bekannten nehmen Abschied von einem ungewöhnlichen Menschen; Scheeßel ist um eine "Institution" ärmer geworden.
Mit Walter Spiering starb ein Mann, der als mittelständischer Unternehmer außerordentlich erfolgreich war, der zu den prägenden Persönlichkeiten der Kommunalpolitik gehörte, dem besonders an der
Förderung der verschiedensten Vereine lag, der in seinem Leben den geraden und ehrlichen Weg wählte und für den im Umgang mit anderen Menschen die Achtung vor seinem Gegenüber und die Herzlichkeit immer den ersten Platz hatten.

Walter Spiering wurde in Borgholzhausen geboren (1907). Er kam - sein Vater war bei der Deutschen Reichsbahn tätig - 1923 nach Scheeßel. Der junge Mann trat bei der Firma Müller eine Lehre als Maschinenbauer an und legte schließlich seine Meisterprüfung ab. Später (1947) machte
sich Walter Spiering selbstständig. Die Firma entwickelte sich dank seines geschäftlichen Weitblicks hervorragnd, die Zahl der Verbindungen ins Ausland vermehrte sich ständig.
Walter Spiering nahm sich, obwohl beruflich stark gefordert, die Zeit, um in der Kommunalpolitk mitzuarbeiten. Er war von 1962 bis 1968 Mitglied des Rates der Gemeinde Scheeßel. 1972 zog er erneut in den Rat ein und wurde gleichzeitig zum Bürgermeister gewählt. Bis 1976 bekleidete er dieses Amt.
Walter Spiering war ein sehr engagierter Kommunalpolitiker. Mit seinem Namen verbinden sich unter  anderem diese Projekte: das Stadion "Waidmannsruh", das Freibad, die Großsporthalle, der Erwerb und der Aufbau des Meyerhofs. Walter Spiering gehörte zu denen, die sich von Beginn an für eine Einheitsgemeinde Scheeßel aussprachen.
Eine richtige Entscheidung, wie sich herausstellen sollte!
Zu denen, die Walter Spiering für außerordentliche Verdienste danken, gehören unter anderem der Gewerbe- und Verkehrsverein, der SV Rot-Weiß Scheeßel, der Schützenverein, der Motor-Sport-Club "Eichenring", die "Beekschepers" und der Reit-, Renn- und Fahrverein Scheeßel.
Schon von großen Schmerzen begleitet, sollte Walter Spiering am 1. Mai noch eine große Freude zuteil werden: Ihm gelang es, den ersten Besuch von zwei Folklore- und Trachtengruppen aus Lübbenau (Spreewald) in Scheeßel zu arrangieren.
Scheeßel und viele Menschen außerhalb der Gemeinde verabschieden sich von einem außergewöhnlichen Mann."


Er kam mit 14 Jahren nach Scheessel
als Lehrling in die Maschinenfabrik Adolf Müller.
Gleich nebenan "Am Bahnhof" blieb immer sein "Zuhause".
"Wenn ich mal nicht mehr mit dem Auto fahren kann,"
sagte er, der jährlich ca. 100 000 km zu seinen Kunden absolvierte, "dann fahre ich mit dem Zug zum Flughafen. Von dort komme ich dann mit einer Jahres-Netzkarte der Lufthansa überall hin."


Die hier zusammen getragenen Interviews zeigen seine Facetten in den Erinnerungen der Menschen, mit denen er oft zusammen war.
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Danke an Ernst Friesecke für diese Recherche
http://www.heinz-fehling.de
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Danke an
Günter Meyer
Geschäftsführer SV Rot-Weiß Scheeßel
für diese Recherche:

Hallo Frau Spiering,
17 Jahre -von 1951 bis 1968- war Ihr Vater allein
1. Vorsitzender des SV Rot-Weiß Scheeßel.
Dazu kamen noch andere Vorstandämter und
(nach 1968) der Ehrenvorsitz.

Danke an Manfred Küppers
für diese Recherche:

Scheessels Schützenkönige

1914     O. Knopke
1914/20     A. Hellmann
1920      H. Fehling
1920/21     J. Fehling
1921/22     A. Hass
1922/23     H. Behrens
1923/24     F. Meyer
1924/25     F. Aleschuß
1925/26     M. Kröger
1926/27     H. Harms
1927/28     J. Röhrs
1928/29     H. Intemann
1929/30     J. Lüdemann
1930/31     K. Herbold
1931/32     E. Meyer
1932/33     F. Schöling
1933/34     W. Grabow
1934/35     A. Busch
1935/36     J. Dittmer
1936/37     W. Schröder
1937/38     H. Stichnoth
1938/39     Heinrich Miesner
1939/49     F. Behrens
1949/50     A. Dittmer
1950/51     R. Wiese
1951/52     J. Lüdemann
1952/53     F. Meinke
1953/54     J. Behrens
1954/55     Hinrich Baden
1955/56     Eduard Rose
1956/57     H. Nerlich
1957/58     A. Hollmann
1958/59     Heinrich Bünning sen.
1959/60     F. Meinke
1960/61     H. Prigge
1961/62     Fritz Gerken
1962/63     W. Richter
1963/64     Wilhelm Rathjen
1964/65     Johann-Friedrich Bassen
1965/66     Alfred Kruse
1966/67     Fritz Pajunk
1967/68     Hermann Nielebock
1968/69     Werner Schulz
1969/70     Werner Peters
1970/71     Eckhard Streeck
1971/72     Eduard Rose
1972/73     Hans-Günter Meyer
1973/74     Walter Spiering
1974/75     Friedhelm Behrens
1975/76     Günter Meinke
1976/77     Walter Behrens
1977/78     Ernst Müller
1978/79     Wilhelm Viets
1979/80     Karl-Heinz-Lundius
1980/81     Klaus Behrens
1981/82     Herbert Schlumbohm
1982/83     Paul Köhn
1983/84     Heinrich Bünning jun.
1984/85     Theodor Riggers
1985/86     Jürgen Baden
1986/87     Herbert Lieder
1987/88     Erich Lange
1988/89     Hans-Heinrich Miesner
1989/90     Herbert Dunkel
1990/91     Reinhard Schlobohm
1991/92     Bernhard Stahmleder
1992/93     Hans-Heinrich Leinroth
1993/94     Horst Günter Pollak
1994/95     Andreas Kruse
1995/96     Heinz Meinke
1996/97     Bernd Gerken
1997/98     Rainer Wilkens
1998/99     Heino Behrens
1999/00     Bernhard Laue
2000/01     Heinrich Lange
2001/02     Siegfried Schmidke
2002/03     Petra Schlobohm
2003/04     Theodor Riggers
2004/05     Birgit Kruse
2005/06     Manfred Küppers
2006/07     Bernd Bremer
2007/08     Wolfgang Hartmann

Von 1920 bis heute hatte Scheeßel folgende Bürgermeister/ Gemeindevorsteher:

1920 – 1921 Eduard Wolff (hauptamtlich)
1921 – 1922 Fritz Heitmann (hauptamtlich)
1922 – 1924 Julius Schüler (hauptamtlich)
1924 – 1931 Ernst Ohloff (hauptamtlich)
1931 – 1933 Christian Sühling
1933 – 1945 Wilhelm Schröder
1945 – 1946 Christian Sühling
1946 – 1964 Johann Bünning
1964 – 1972 Friedrich Ruschmeyer
1972 – 1976 Walter Spiering
1976 – 1990 Fritz Bellmann
1990- 2001 Hans-Heinrich Miesner
seit 2001 Käthe Dittmer-Scheele (hauptamtlich)

Walter Spiering 80. Geburtstag 1987
Gestorben am 1. Juli 1990, 19 Uhr ——————— Es war ein Sonntag mit Schützenfest + Eichenringrennen, nachdem die Motorengräusche verstummten schlief er friedlich für immer ein.

Freitag, 17. August 2007 um 18 Uhr

RS:
„Margret, was sind Deine spontanen Erinnerungen an Walter Spiering?“
Margret Harmsen:
„Er hatte ein sehr offenes Wesen. Man hatte immer in seiner Gegenwart das Gefühl willkommen zu sein. Bei den Trachtenfesten beispielsweise gab es an seinem Tisch immer Platz. Menschen, die in seiner Nähe sein wollten, fühlten sich erwünscht. Er zeigte einem Interesse und gab das Gefühl von Zugehörigkeit. Speziell in Erinnerung ist mir jedoch auch sein Engagement für die Region: Politik, Sport und Vereinsleben.“

RS:
„Gibt es andere Beipiele, die aus Deiner Sicht seine Haltung Menschen gegenüber zum Ausdruck brachten?“
Margret Harmsen:
„Auf dem Eichenring beispielsweise war es schön zu beobachten, wie er die Ehrengäste begrüsste. Zum einen stellte seine Persönlichkeit einen Ruhepol dar. Man konnte gut zu ihm aufschauen. Zum anderen seine Bereitschaft diesen Posten über so viele Jahre hinaus auszufüllen war sympathisch. Die Art, wie er Interesse zeigte, für jeden Gast, war gut für den MSC.“

RS:
„Walter Spiering war oft bei Euch im Papierwarengeschäft, oder?“
Margret Harmsen:
„Es gab Zeiten, in denen er täglich seine Zeitungen holte. Die Verkäuferinnen und ich, wir freuten uns immer wenn er kam, wegen der freundlichen, oft lustigen Unterhaltung mit ihm. Immer wusste er was Interessantes, oft Originelles zu erzählen. Manchmal von seinen Reisen, von seinen Autos, oder von sonstigen Erlebnissen. Besonders intensiv in Erinnerung ist mir seine Reaktion auf einen vermeintlichen Brand in unserem Laden. Durch die Eingangstür zogen dicke Schwaden von Staub, die er für Rauch hielt. Mitten auf der Bahnhofstrasse stoppte er spontan seinen Mercedes und stürmte in den Laden. Er wollte mich vor dem Feuer retten. Zum Glück war es jedoch kein Brand. Der Elektriker fräste den Betonfußboden auf.“

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